Kennst du das: Du würdest den Gassigang gern genießen und dennoch kreisen deine Gedanken ständig um die Arbeit, den Haushalt und die Kinder? Du fühlst dich ständig getrieben und weißt gar nicht so recht, warum? Hinsetzen und einfach mal Nichtstun ist gar nicht dein Ding? Dein Hund spürt deine innere Anspannung oft viel früher, als du selbst sie bewusst wahrnimmst.
All diese Situationen können Hinweise darauf sein, dass dein Stresssystem gerade stark gefordert ist und dein Körper mehr Sicherheit, Erholung oder Unterstützung braucht.
Auf welche Signale du hören solltest: Die Symptome im Überblick
Wenn dein dysreguliertes Nertvensystem dauerhaft im Alarmmodus funkt, zeigt sich das meist auf drei verschiedenen Ebenen.
Körperliche Symptome
- Chronische Erschöpfung: Obwohl du viel schläfst, fühlst du dich wie gerädert. Du raffst dich zum Gassigang mit deinem Hund auf, genießen kannst du ihn aber nicht wirklich.
- Schlafstörungen: Du kannst schlecht ein- oder durchschlafen, wachst nachts auf und überdenkst den ganzen Tag. Du fragst dich, warum du nicht so schön schlafen kannst wie dein Hund.
- Muskelverspannungen: Dein Nacken, deine Schultern oder dein Rücken fühlen sich dauerhaft verspannt an. Wenn du dann noch den Erzfeind eines Hundes siehst, zieht sich alles schmerzhaft zusammen.
Emotionale Symptome
- Reizbarkeit: Du schwankst zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Kleinigkeiten bringen dich völlig aus der Ruhe.
- Ängste bei Hundebegegnungen: Dein ganzer Körper spannt sich an, wenn du andere Hunde siehst. Du fühlst die nackte Angst, dass gleich etwas passieren könnte.
- Grenzen missachten (Nicht „Nein“ sagen können): Ein anderer Hundebesitzer fragt, ob sein Hund „mal Hallo sagen kann“ – und obwohl sich alles in dir sträubt, sagst du ja. Du willst einfach niemanden enttäuschen.
Mentale Symptome
- Overthinking: Du überdenkst jeden Abend den Tag in endlosen Schleifen. Eine kleine Äußerung einer Person lässt dich stundenlang darüber grübeln, ob du alles richtig gemacht hast.
- Überforderung: Du möchtest deinen Hund gern auslasten, und trotzdem fühlt sich das wöchentliche Training wie eine zusätzliche Belastung an.
- Innere Unruhe beim Spaziergang: Eigentlich ist alles in Ordnung und dennoch spürst du einen enormen inneren Druck. Den Spaziergang mit deinem Hund kannst du gar nicht genießen. Du ziehst deinen Hund ständig weiter, obwohl ihr keinen Zeitdruck habt.
Eine kleine Pause für zwischendurch
Du musst nicht erst warten, bis dir alles zu viel wird. Halte beim nächsten Spaziergang für einen kurzen Moment inne. Du musst dafür nichts verändern und nichts besonders gut machen.
Spüre beide Füße auf dem Boden und nimm die Leine in deiner Hand wahr. Atme einmal so aus, wie es gerade angenehm für dich ist. Dann frage dich: Wie geht es mir gerade wirklich?
Nimm wahr, ohne sofort eine Lösung finden zu müssen. Fühlst du dich eng, gehetzt oder angespannt? Dann frage dich: Was würde uns diesen Spaziergang heute ein wenig leichter machen?
Vielleicht ist es ein ruhigerer Weg, ein größerer Bogen um andere Hunde, ein langsameres Tempo oder die Erlaubnis, früher nach Hause zu gehen. Dein Hund muss nicht jeden Tag dasselbe leisten und du auch nicht.
Die gute Nachricht ist: Ein dysreguliertes Nervensystem lässt sich Schritt für Schritt wieder in Balance bringen und das ganz flexibel in deinem Alltag mit Hund.
Wie Online-Nervensystemcoaching dir helfen kann
Ein dysreguliertes Nervensystem braucht vor allem eines: Sicherheit. Diese entsteht, wenn du lernst, dich wieder mit deinem Körper zu verbinden und seine Signale ernst zu nehmen.
Ich möchte dir ein persönliches Beispiel von mir geben: Nachdem mein Hund Ted nach einer Bissverletzung in der Tierklinik landete und wir um sein Leben bangten, entwickelten sich bei mir leichte Panikattacken. Wenn wir einem anderen Hund auf einem schmalen Weg begegneten und ich nicht ausweichen konnte, sprang sofort der Alarmmodus an: Was, wenn der Hund Ted beißt? Was, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?
Durch die gezielte Arbeit mit meinem Nervensystem habe ich gelernt, diese Anspannung rechtzeitig zu spüren, mich mit meinem Körper zu verbinden und wieder Sicherheit in mir selbst zu finden. Dadurch konnte ich diese leichten Panikattacken vollständig lösen.
Was verändert sich im Alltag mit Hund?
Dein Nervensystem zu reguliren bedeutet nicht, dass du dich nie mehr aufregst oder gestresst bist. Ein regelmäßiger Wechsel von Anspannung und Entspannung in unserem Leben ist völlig normal.
Das Ziel ist vielmehr, dass du frühzeitig erkennst, wenn der Stress zu viel wird. Wenn du lernst, achtsam in dich hineinzufühlen, erkennst du nicht nur, was dich gerade überfordert. Du spürst auch viel klarer, was du in diesem Moment wirklich brauchst:
- Brauchst du gerade mehr Zeit für dich?
- Benötigst du Hilfe von anderen oder weniger Verantwortung?
- Ist es heute besser, anderen Hunden einfach großräumig aus dem Weg zu gehen?
Indem ich mich in mich hineinspüre, kann ich mittlerweile viel besser entscheiden, ob ich an einem Tag lieber einen ruhigen Alternativweg wähle oder auf der gewohnten Route bleibe. Ich akzeptiere, dass mein Nervensystem nicht jeden Tag gleich reagiert.
Dein neues Lebensgefühl mit einem regulierten Nervensystem
Wenn du lernst, dein System wieder in die Balance zu bringen, verändert sich dein gesamter Alltag:
- Du gehst spazieren und bist wirklich im Hier und Jetzt
- Du kannst eine unerwartete Hundebegegnung ruhiger und besonnener einschätzen
- Du merkst viel früher, wann du eine Pause brauchst
- Dein Hund orientiert sich stärker an dir, weil du innerlich Klarheit und Sicherheit ausstrahlst
- Du reagierst weniger impulsiv und dafür bewusster
Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, dass du ab heute immer ruhig und gelassen bist. Das schafft niemand und das ist nicht das Ziel, denn es braucht immer Entspannung und Anspannung in einem gesunden Maß. Du kannst das Schritt für Schritt lernen. Deshalb lade ich dich von Herzen zu meinem Onlinecoaching ein.
Liebe Grüße
Deine Monique
PS: Einen ersten Einblick in das Nervensystem von dir und deinem Hund bekommst du in meinem Workshop Achtsamkeit mit Hund.
