Als Stadtmensch kennst du vielleicht diese Situation: Du möchtest dich erholen und gehst spazieren. Doch statt Ruhe erwarten dich befahrene Straßen, Verkehrslärm, Menschen, Baustellen, Fahrräder und ständig neue Reize. Du bist zwar draußen, aber dein Körper bleibt angespannt. Echtes Abschalten fällt in einer solchen Umgebung schwer.
Wenn du dann einen Wald betrittst, verändert sich häufig schon nach kurzer Zeit etwas. Die Geräusche werden leiser. Dein Blick kann weiter werden. Deine Schritte finden einen gleichmäßigen Rhythmus. Vielleicht bemerkst du, dass dein Atem ruhiger fließt und deine Gedanken nicht mehr ganz so laut sind.
Woran das liegen kann und wie du diese Erfahrung für dich und deinen Hund nutzen kannst, möchte ich dir in diesem Blogbeitrag zeigen.
Die Reizüberflutung im Alltag feinfühliger Frauen
Unser Alltag hält eine große Menge an Reizen bereit. Nachrichten erscheinen auf dem Handy. E-Mails warten auf eine Antwort. Im Beruf müssen Entscheidungen getroffen werden. Menschen möchten etwas von dir. Dazu kommen Geräusche, Termine, Erwartungen und die vielen Gedanken, die du vielleicht ständig mit dir herumträgst.
Als feinfühlige oder hochsensible Frau nimmst du möglicherweise besonders viele dieser Reize wahr. Du bemerkst Stimmungen, Zwischentöne und Veränderungen oft sehr früh. Das kann eine wertvolle Fähigkeit sein, aber auch anstrengend werden, wenn dein Körper kaum Gelegenheit zur Erholung bekommt.
Vielleicht kennst du das Gefühl, selbst in einer Pause nicht wirklich abzuschalten. Du sitzt auf dem Sofa und greifst trotzdem zum Handy. Du gehst spazieren und planst im Kopf bereits den nächsten Termin. Du möchtest meditieren, doch sobald es still wird, tauchen all die Gedanken auf, die du den ganzen Tag zurückgehalten hast.
Stille kann dann zunächst ungewohnt oder sogar unangenehm sein. Das bedeutet nicht, dass du nicht entspannen kannst. Es kann bedeuten, dass dein System erst wieder lernen darf, dass Ruhe sicher ist.
Einen ausführlicheren Blick auf Reizüberflutung und hochsensibles Erleben findest du auch in meinem Beitrag „Hochsensibel mit Hund“.
Gedanken sortieren beim Gehen
Eine Möglichkeit, aus dem Gedankenkarussell herauszufinden, ist regelmäßige Bewegung. Ich erlebe es oft, dass mir beim Gehen plötzlich eine Lösung einfällt. Ein Gespräch wird klarer, eine Entscheidung fühlt sich weniger verwirrend an oder man bermerkt, dass man nach einigen Minuten nicht mehr ganz so fest an einem Gedanken festhältst.
Das kann daran liegen, dass gleichmäßige Bewegung Aufmerksamkeit bindet und gleichzeitig Raum für neue Gedanken schafft. Studien zu Bewegung in der Natur weisen auf mögliche Verbesserungen von Stimmung, Aufmerksamkeit und kognitiver Flexibilität hin. Die Wirkung ist jedoch von der Person, der Dauer, der Umgebung und der jeweiligen Situation abhängig.
Auch ich gehe gerne mit Ted spazieren, wenn ich einen Gedanken sortieren oder neue Ideen für Ted’s Pfotenpfade entwickeln möchte. Es geht dabei auch weniger darum, möglichst viele Schritte zu sammeln oder besonders schnell ein Ziel zu erreichen. Manchmal hilft gerade das langsamere Gehen, um wieder wahrzunehmen, was in dir und um dich herum geschieht.
Warum der Wald ein besonderer Coachingraum sein kann
Der Wald stellt dir keine komplizierten Fragen, stimmt´s?
Aber ein alter, knorriger Baum kann dich daran erinnern, dass ein Leben Spuren hinterlässt. Seine Narben machen ihn nicht weniger wertvoll. Sie erzählen von Stürmen, Wachstum und Zeit.
Der Wechsel der Jahreszeiten kann dich daran erinnern, dass nicht jede Phase von Aktivität geprägt sein muss. Es gibt Zeiten des Aufblühens, des Loslassens, des Rückzugs und der Ruhe.
Die Natur gibt dir keine fertigen Lösungen, aber sie kann einen Rahmen schaffen, in dem du deine eigenen Antworten leichter wahrnimmst. Genau hier setzt das Waldbaden an. Es geht nicht darum, möglichst schnell durch den Wald zu laufen. Es geht darum, mit deinen Sinnen anzukommen: zu sehen, zu hören, zu riechen, zu spüren und wahrzunehmen, was sich in dir bewegt.
In meinem Waldbaden mit Hund verbinde ich diese Naturerfahrung mit achtsamen Coachingimpulsen.
Ich stelle dir Fragen zu deinen Bedürfnissen, deinem Alltag, deiner Beziehung zu deinem Hund und deinem persönlichen Weg. Der Wald hilft dabei, Abstand zu den Anforderungen des Alltags zu gewinnen.
Natur kann Stress unterstützen – sie ersetzt keine Behandlung
Forschungen zum Waldbaden und zu Bewegung in natürlichen Umgebungen zeigen mögliche kurzfristige Vorteile für Stimmung, Anspannung, Aufmerksamkeit und bestimmte körperliche Stressmarker. Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber nicht für jede Person gleich und nicht mit einer Heilung psychischer Beschwerden gleichzusetzen. Der Wald ist deshalb kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Er kann jedoch eine wertvolle Ergänzung im Alltag sein. Besonders dann, wenn du einen Zugang suchst, der nicht nur über Denken und Reden funktioniert. Vielleicht fällt es dir leichter, dich beim Gehen zu öffnen als in einem Sitzungsraum. Vielleicht hilft dir dein Hund, im gegenwärtigen Moment zu bleiben. Vielleicht kannst du einen Gedanken besser betrachten, wenn du dabei einen Weg entlanggehst, statt ihn still auf einem Stuhl festhalten zu müssen.
Zeit für dich und deinen Hund
Das Besondere an einem Waldbad mit Hund ist, dass du dir Zeit für dich nehmen darfst, ohne deinen Hund dafür zurücklassen zu müssen. Während du bewusst atmest, deine Umgebung wahrnimmst und deine Gedanken sortierst, darf dein Hund schnüffeln, erkunden und die Umgebung in seinem eigenen Tempo erleben. Dabei muss er keine besondere Aufgabe erfüllen.
Er muss nicht perfekt funktionieren wie im Hundetraining, ruhig neben dir liegen oder jedes Signal sofort ausführen. Natürlich braucht auch ein Waldbad einen passenden Rahmen. Nicht jeder Waldweg ist für jeden Hund geeignet. Wildtiere, Fahrräder, andere Hunde, ungewohnte Geräusche oder schwierige Untergründe können auch im Wald aufregend sein. Wir schauen deshalb gemeinsam darauf, was dein Hund braucht, damit die Auszeit für euch beide möglichst angenehm und sicher wird. Schreibe mir gern bei der Buchung Hinweise zu deinem Hund ins Kontaktformular.
Ein kleiner Moment für deinen Alltag
Du kannst bereits beim nächsten Spaziergang eine kleine Übung ausprobieren. Bleibe für einen Moment stehen und nimm wahr:
- Was sehe ich gerade?
- Welche Geräusche höre ich?
- Was rieche ich?
- Wie fühlt sich der Boden unter meinen Füßen an?
- Wie bewegt sich mein Hund?
- Wie fließt mein Atem?
- Was brauche ich in diesem Moment?
Vielleicht bemerkst du, dass deine Gedanken nach einigen Atemzügen wieder abschweifen. Das ist vollkommen normal. Kehre einfach zu einem Geräusch, deinem Atem oder deinem Hund zurück. Achtsamkeit bedeutet nicht, dass du niemals abschweifst. Es bedeutet, dass du bemerkst, wenn du abgeschweift bist, und wieder zurückkehren kannst.
Dein Weg durch den Wald
Vielleicht ist der Wald nicht für jede Frage die Antwort, aber er kann ein Raum sein, in dem du deine eigenen Antworten wieder hörst. Ein Raum, in dem du für eine Weile nicht funktionieren musst und in dem du nicht alle Erwartungen erfüllen musst. Ein Raum, in dem du gemeinsam mit deinem Hund langsamer werden und herausfinden darfst, was euch beiden guttut.
Wenn du dir und deinem Hund eine solche Auszeit wünschst, findest du hier alle Informationen zum Waldbaden mit Hund.
Ich begleite dich dabei, deine Sinne zu öffnen, deinen Körper wieder wahrzunehmen und mithilfe der Natur einen leichteren Zugang zu deinen eigenen Bedürfnissen zu finden. Vielleicht wartet im Wald keine fertige Antwort auf dich oder du findest dort den Abstand, die Ruhe und die Verbindung, aus denen deine eigene Antwort entstehen kann.
Liebe Grüße
Deine Monique
Quellen: https://www.nature.com/articles/s41598-026-60002-1; https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12819716/
