Ein ganz normaler Urlaubstag: Wir sind in einer neuen Stadt unterwegs, laufen durch unbekannte Straßen und für meinen Hund Ted heißt das: neue Hunde, neue Gerüche und ganz schön was los im Kopf. Nach zwei bis drei Stunden wird aus „viel los“ dann nur noch „Matsche im Kopf“.

Und bei mir? Ist es genau das Gleiche! Mir gehen nach derselben Zeit die Menschenmassen nur noch auf den Nerv und ich sehne mich unendlich nach unserer Unterkunft – ruhig, reizarm und abgeschieden.

Na, hast du dich und deinen Hund in dieser Situation wiedererkannt? Hochsensible Menschen mit Hund brauchen nach zu vielen Reizen dringend eine Pause von all dem Lärm, der Hektik und den neuen Eindrücken. Selbst wenn man in einer vermeintlich beschaulichen, kleinen schwedischen Stadt ist, kann die Summe der Reize schnell das Fass zum Überlaufen bringen.

Vom „Durchhalten“ zur Annahme der eigenen Feinfühligkeit

Früher habe ich oft versucht, den ganzen Tag einfach durchzuhalten. Was andere schaffen, muss ich doch schließlich auch schaffen! Aber das Ergebnis war viel zu oft Frust und Streit mit meinem Mann. Je länger der Tag wurde, desto gereizter reagierte ich auf Menschen, die im Vorbeigehen keine Rücksicht nahmen, sondern einen lieber fast umrannten.

Und leider wurde ich in solchen Momenten der Reizüberflutung auch im Umgang mit Ted immer rauer: Mein Tonfall veränderte sich, ich ließ ihn nicht mehr in Ruhe überall schnüffeln, weil das bei mir sofort inneren Stress auslöste und letztendlich im Ziehen an der Leine ausartete. Ich war einfach nur noch genervt.

Erst als ich mich intensiv mit dem Thema Hochsensibilität auseinandergesetzte, passierte etwas Magisches. Ich erkannte, dass ich nicht „komisch“ oder „falsch“ bin, sondern einfach ein feinfühligeres Nervensystem habe als andere Menschen. Ich durfte annehmen, dass ich nicht alles genauso machen muss, wie „man es eben tut“.

Den eigenen Körper verstehen: Stresssignale frühzeitig erkennen

Dazu gehörte auch zu lernen, wieder mehr auf meinen eigenen Körper zu hören und Stresssignale frühzeitig zu erkennen. Heute weiß ich: Wenn es mir zu viel wird, merke ich das oft zuerst daran, dass ich im Umgang mit Ted ungeduldig werde – zum Beispiel, wenn er gefühlt stundenlang an einer einzigen Schnüffelstelle verweilt. Früher hat mich das wahnsinnig gemacht.

Genau in solchen Momenten halte ich heute inne, beiße mir sprichwörtlich auf die Zunge und checke kurz bei mir selbst ein: Was spüre ich gerade in meinem Körper? Ist da eine flache Atmung? Ein pochendes Herz? Eine Anspannung in den Schultern?

Durch diesen kurzen Fokus auf den eigenen Körper gelingt es, aus dem emotionalen Groll auszusteigen und für einen Moment ganz stabil bei sich selbst zu bleiben.

Eine kleine Körperübung für dein Nervensystem im Alltag

Probiere es direkt einmal kurz aus und fühle in dich hinein: Wo spürst du gerade Enge? Wo spürst du Weite? Was könntest du genau jetzt in diesem Moment für dich tun, um dir etwas Gutes zu tun und ein Stück Sicherheit zurückzuholen?

Reine Biologie: Warum dein Nervensystem das sucht, was es kennt

Man könnte sich nun fragen: Warum gerade wir? Warum neigen hochsensible und feinfühlige Frauen dazu, sich einen ebenfalls sensiblen Hund oder gar einen Hibbelhund anzuschaffen? Multipliziert sich die Reizüberflutung bei zwei so feinfühligen Lebewesen nicht unnötig im Alltag?

Die Antwort liegt in der reinen Biologie: Dein Nervensystem sucht sich immer das aus, was es kennt. Denn das Bekannte bedeutet für unser Unterbewusstsein paradoxerweise „Sicherheit“. Wir wählen oft instinktiv Lebensumstände, Partner oder eben auch Haustiere, die die Schwingung widerspiegeln, die wir aus unserem Leben und unserer eigenen Geschichte bereits in- und auswendig kennen.

Erst wenn wir uns bewusst damit auseinandersetzen, was unser Nervensystemwirklich braucht, um ein sicheres, ruhiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, kann echte Veränderung entstehen.

So ergeht es uns hochsensiblen Frauen auch mit unseren Hunden: Unsere Nervensysteme ziehen sich magisch an. Die wunderbare Nachricht ist jedoch: Beide Nervensysteme beeinflussen sich gegenseitig – und das können wir positiv nutzen! Wenn wir lernen, die Reizüberflutung im Alltag einzudämmen und Erlebtes durch bewusste Pausen zu verarbeiten, profitiert auch der Hund.

Für sensible Hunde bieten sich zudem Boxen oder Decken als geschützte Rückzugsorte an. Und auch das Lieblingsplüschtier kann Wunder wirken: Es vermittelt nicht nur deinem Hund, sondern über das weiche Gefühl beim Kuscheln auch dir über den Tastsinn sofort emotionale Sicherheit. Und falls du es komisch findest, als Erwachsene ein Kuscheltier zu besitzen: Dein Nervensystem würde es definitiv begrüßen!

Raus aus der Reizüberflutung: Finde deine Sicherheit im Alltag wieder

Merkst du selbst im Alltag mit deinem Hund oft, wie dir alles über den Kopf wächst? Dass die Reize der Umwelt dich und dein feinfühliges Nervensystem an deine Grenzen bringen – und sich diese Unruhe direkt auf deinen Hund überträgt?

Du musst diesen Weg voller Stress und Erschöpfung nicht alleine gehen. Genau dafür habe ich mein Coaching-Programm Sicher in mir ins Leben gerufen.

Gemeinsam schauen wir hin, wie wir deinem eigenen Nervensystem wieder echte, tiefe Sicherheit vermitteln können. Wir erarbeiten alltagstaugliche Strategien für dich und deinen Hund, mit denen ihr die Reizüberflutung meistert, eure Akkus wieder aufladet und euren Alltag spürbar gelassener und harmonischer gestaltet. Denn ein entspannter Hund beginnt immer bei einer Frau, die sicher in sich selbst ruht.

Möchtest du lernen, die Signale deines Körpers zu verstehen? Dann lass uns unverbindlich sprechen. Hier geht es zu allen Infos für mein Coaching „Sicher in mir“ – für deinen Weg zu mehr Gelassenheit.

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