Ein Städtetrip! Ach, wie schön! … Nicht!
Was für andere nach dem perfekten Ausflug klingt, ist für hochsensible Menschen häufig mit Stress verbunden. Ein Städtetrip! Und während du selbst völlig überfordert von all den Reizen und Menschen bist, sollst du auch noch auf deinen Hund achten.
In diesem Blogbeitrag geht es darum, wie du als hochsensibler Mensch Städtetrips auch endlich mehr genießen kannst.
Wenn ich an Städtetrips denke, dann denke ich vor allem an überfüllte Straßen- und U-Bahnen, viel zu viele Menschen und mittendrin mein Hund, auf den ich auch noch achten muss. Denn hochsensible Hunde wie Ted erleben Städtetrips genauso wie wir Menschen: laut, voll, unangenehm.
In den letzten Jahren haben sich drei Dinge für mich ganz klar herauskristallisiert, mit denen wir Städtetrips besser überstehen.
Drei Dinge, die eure Städtetrip leichter machen
Ein Städtetrip beginnt nicht erst beim ersten Cafébesuch oder beim Bummel durch die Innenstadt. Er beginnt mit dem Ort, an dem ihr schlafen, ankommen und eure Eindrücke verarbeiten könnt.
Wir suchen uns deshalb am liebsten eine Ferienwohnung etwas außerhalb oder eine Unterkunft in der Nähe eines ruhigen Parks. So haben wir morgens und abends einen Ort, an dem wir nicht mitten im Stadtlärm stehen.
Für Ted ist es hilfreich, wenn sein Schlafplatz vertraut riecht und möglichst wenig Durchgangsverkehr herrscht. In Hotels können Geräusche auf dem Flur, andere Hunde oder häufig wechselnde Menschen für sensible Hunde zusätzlich aufregend sein.
Nimm deshalb, wenn möglich, Dinge von zu Hause mit:
- eine vertraute Decke
- gewohntes Futter
- ein Lieblingsspielzeug
- eine gewohnte Abendroutine
Vertraute Gerüche und möglichst gleichbleibende Abläufe können Hunden helfen, sich in einer neuen Umgebung leichter zu orientieren und auch du darfst bei der Unterkunft auf dich achten.
Du musst nicht mitten in der lautesten Innenstadt wohnen, um einen schönen Städtetrip zu erleben. Ein ruhiger Rückzugsort ist kein Verzicht. Er ist die Grundlage dafür, dass du die gemeinsamen Unternehmungen überhaupt genießen kannst.
Wenn ihr einen aufregenden Tag in der Stadt hattet, darf der nächste Tag ruhiger sein. Das bedeutet nicht, dass ihr etwas verpasst.
Es bedeutet, dass ihr euch ernst nehmt.
Nach einem Tag mit vielen Menschen, Verkehr, Eindrücken und ungewohnten Begegnungen planen wir bewusst eine ruhigere Zeit ein. Wir gehen in einen Park, machen einen Ausflug in den Wald oder suchen uns einen Weg außerhalb der Innenstadt. Ted darf dann ausgiebig schnüffeln. Ich darf langsamer gehen und tief durchatmen.
Diese Mischung aus aufregenden und reizärmeren Tagen hilft uns, nicht über unsere Grenzen zu gehen. Auch der bewusste Wechsel zwischen Aktivität und Erholung kann für Menschen mit hoher Sensitivität eine hilfreiche Strategie gegen Überstimulation sein.
Frage dich bei der Planung nicht nur: Was möchten wir alles sehen?
Frage dich auch: Wann können wir beide wieder auftanken?
Ein freier Nachmittag, ein ruhiger Morgen oder ein Spaziergang ohne Programm sind keine leeren Lücken in eurem Urlaub.
Nachts verarbeitet dein Körper die Erlebnisse des Tages. Auch dein Hund braucht ausreichend Ruhe, um neue Eindrücke zu verarbeiten und am nächsten Tag wieder aufnahmefähig zu sein. Deshalb ist Schlaf im Urlaub nicht nur etwas, das zwischen zwei Ausflügen passiert. Er ist ein wichtiger Teil eurer Erholung.
Achte darauf, dass dein Hund einen ruhigen Schlafplatz hat und sich in der Unterkunft zurückziehen kann. Plane eure Abende nicht zu voll. Wenn euer Tag bereits aufregend war, muss nicht noch ein Restaurantbesuch oder ein langer Abendspaziergang dazukommen.
Auch du darfst früher ins Bett gehen, wenn du merkst, dass dein Körper eine Pause braucht. Du musst den Urlaub nicht maximal ausnutzen. Du darfst ihn so gestalten, dass er euch guttut.
Der größte Stressfaktor beginnt oft vor der Abreise
Früher bin ich häufig direkt aus dem Alltag in den Urlaub gestartet. Bis Freitag arbeiten, nebenbei die Koffer packen, noch schnell einkaufen, die Wohnung aufräumen, an letzte E-Mails denken und am Samstagmorgen ab ins Auto.
Nach außen wirkte alles organisiert. Innerlich war ich schon erschöpft, bevor der Urlaub überhaupt begonnen hatte.
Am ersten Tag ging es häufig noch. Doch am zweiten Tag merkte ich, wie meine Geduld weniger wurde. Menschen, die dicht an uns vorbeigingen, nervten mich. Kleine Unachtsamkeiten fühlten sich plötzlich riesig an. Wenn dann noch etwas Unvorhergesehenes passierte, war mein inneres Glas längst so voll, dass ich kaum noch freundlich reagieren konnte.
Bereite euch sanft auf den Urlaub vor
Du musst nicht alles perfekt vorbereiten, aber ein wenig Entlastung vor der Abreise kann einen großen Unterschied machen.
- Packe nicht erst am Abend vor der Abfahrt, sondern beginne einige Tage vorher.
- Schreibe alle offenen Aufgaben auf, damit sie nicht dauerhaft in deinem Kopf kreisen.
- Hake Schritt für Schritt ab, was bereits erledigt ist.
- Plane für deinen Hund vertraute Dinge ein: Futter, Näpfe, Leine, Medikamente, Decke oder Bett, Lieblingsspielzeug und Kotbeutel.
- Lass den letzten Tag vor der Abreise möglichst ruhig werden.
- Sage zusätzlichen Terminen bewusst ab, wenn du merkst, dass sie dich vor dem Urlaub überfordern würden.
- Gehe mit deinem Hund eine entspannte Runde, statt kurz vor der Abreise noch ein anspruchsvolles Training durchzuziehen.
Ein freier Einstimmungstag kann der Übergang sein, den dein Körper braucht, um nicht mit vollem Alltagsstress in den Urlaub zu starten. Ein ruhiger Spaziergang oder ein Waldbad mit deinem Hund kann dir dabei helfen, den Alltag für einen Moment hinter dir zu lassen und bewusster in die gemeinsame Reise zu starten.
Dein Urlaub darf anders aussehen
Du musst nicht jede Sehenswürdigkeit besuchen. Du musst nicht von morgens bis abends unterwegs sein. Du musst nicht beweisen, dass dein Hund überall entspannt mitlaufen kann.
Ein gelungener Städtetrip besteht nicht daraus, möglichst viel gesehen zu haben. Er besteht aus Momenten, in denen du und dein Hund euch wohlfühlt. Vielleicht ist euer schönster Urlaubsmoment nicht das berühmte Foto vor einer Sehenswürdigkeit. Vielleicht ist es dein Hund, der auf seiner vertrauten Decke schläft. Ein Kaffee auf einer ruhigen Bank im Park. Ein langer Spaziergang am Stadtrand.
Oder der Augenblick, in dem du bemerkst: Wir müssen gerade nirgendwo anders sein.
Ich wünsche dir und deinem Hund eine Reise, die nicht nach Perfektion aussieht, sondern sich nach euch anfühlt.
Mit diesen Tipps steht dem nächsten Urlaub nichts mehr im Weg. Ich freue mich über deine Postkarte und dein Urlaubsgrüße bei Instagram und Facebook.
Liebe Grüße
Monique
