Der Wecker klingelt. Du springst aus dem Bett, ziehst dich schnell an und gehst mit deinem Hund die erste Runde. Währenddessen gehst du im Kopf bereits deine To-do-Liste für den Tag durch.
Du denkst an die Arbeit, an Termine, an Nachrichten und an alles, was noch erledigt werden muss. Vielleicht fragst du dich dabei schon am frühen Morgen, ob dein Hund ausreichend beschäftigt ist und ob du ihm genug Aufmerksamkeit schenkst.
Mittags bemerkst du, dass du dir wieder nichts zu essen eingepackt hast. Im Stress des Morgens hast du es einfach vergessen.
Aber hast du vielleicht noch etwas viel Wichtigeres vergessen?
Dich.
Du planst, kochst, arbeitest, gehst mit deinem Hund spazieren, trainierst mit ihm und hörst dir die Sorgen anderer Menschen an. Du versuchst, allen gerecht zu werden und möglichst nichts zu übersehen.
Aber wer hört dir zu? Oft nicht einmal du selbst.
Wenn der Alltag dauerhaft zu viel wird
Stressige Phasen gehören zum Leben. Manchmal gibt es mehr Termine, weniger Schlaf oder besondere Herausforderungen mit dem eigenen Hund.
Schwierig wird es, wenn aus einer vorübergehenden Belastung ein dauerhafter Zustand wird und du kaum noch Momente findest, in denen du wirklich zur Ruhe kommst. Dann kann sich dein Körper irgendwann mit deutlichen Signalen bemerkbar machen: Du bist gereizter, erschöpfter oder innerlich unruhiger. Vielleicht fällt es dir schwerer, dich zu konzentrieren, oder du bemerkst, dass du häufiger krank bist.
Auch im Zusammenleben mit deinem Hund kann sich diese Überforderung zeigen.
Vielleicht ärgerst du dich schneller, wenn ein Training nicht so verläuft, wie du es dir vorgestellt hast. Vielleicht gehst du mit einem schlechten Gewissen spazieren, weil du glaubst, dein Hund brauche unbedingt noch mehr Bewegung und Beschäftigung.
Also gehst du trotz deiner Erschöpfung die große Runde.
Du bist müde, dein Kopf ist voll und dein Körper steht unter Spannung. Dein Hund nimmt die vielen Reize wahr und ist heute ebenfalls nicht gut ansprechbar. Er zieht, reagiert auf andere Hunde oder scheint alles Gelernte vergessen zu haben.
Und irgendwann stehst du mitten auf dem Feld und weinst.
Nicht, weil du deinen Hund nicht liebst. Sondern weil du so sehr versuchst, alles richtig zu machen, und trotzdem das Gefühl hast, nichts zu schaffen.
Dein Hund braucht keine perfekte Version von dir
In solchen Momenten klopft das schlechte Gewissen besonders laut an:
Mein Hund langweilt sich.
Mein Hund braucht doch Bewegung.
Ich muss mich mehr mit ihm beschäftigen.
Ich darf ihn nicht enttäuschen.
Doch dein Hund braucht nicht jeden Tag dieselbe Menge an Bewegung, Training oder Beschäftigung. Was für ihn passend ist, hängt von seinem Alter, seiner Gesundheit, seinem Temperament, seiner Tagesform und eurer gemeinsamen Situation ab.
Und auch deine eigenen Kräfte dürfen in diese Betrachtung einfließen.
Ein Hund braucht keine dreistündige Auslastung, wenn seine Bezugsperson dabei völlig erschöpft und innerlich nicht mehr ansprechbar ist. Manchmal sind eine kürzere Runde, ausgiebiges Schnüffeln, ein ruhiger Moment zu Hause oder ein einfaches gemeinsames Ritual genau das, was an diesem Tag möglich und sinnvoll ist.
Du versagst in diesem Fall nicht. Es ist eine achtsame Entscheidung, die sowohl deinen Hund als auch dich berücksichtigt.
Selbstfürsorge beginnt mit Wahrnehmung
Gerade feinfühlige Menschen nehmen die Bedürfnisse anderer oft sehr schnell wahr. Sie spüren, wenn der Hund unruhig wird, wenn jemand Hilfe braucht oder wenn die Stimmung kippt.
Die eigenen Bedürfnisse nehmen sie dagegen häufig erst wahr, wenn sie bereits sehr laut geworden sind.
Dann wurde zu wenig getrunken, zu wenig gegessen und zu lange durchgehalten. Während dein Hund ein liebevoll vorbereitetes Futter bekommt, schiebst du dir selbst vielleicht eine Tiefkühlpizza in den Ofen, weil du für mehr gerade keine Kraft hast.
Auch das darf einmal sein. Es geht nicht darum, aus Selbstfürsorge eine weitere Aufgabe zu machen. Es geht vielmehr darum, dich selbst wieder in deine Wahrnehmung einzubeziehen.
Du bist ein Teil eures Mensch-Hund-Teams.
Eine kleine Übung für deinen Alltag
Nimm dir einen kurzen Moment Zeit. Du musst dafür nichts vorbereiten und keine besondere Stimmung herstellen.
Lege, wenn es sich für dich angenehm anfühlt, eine oder beide Hände auf deinen Brustkorb. Atme so weiter, wie du gerade atmest, ohne deinen Atem verändern zu müssen.
Dann frage dich ehrlich:
- Wie fühlt sich meine Atmung gerade an?
- Ist sie eher flach, schnell oder eng?
- Gibt es irgendwo in meinem Körper Anspannung?
- Was würde mir jetzt ein wenig mehr Raum geben?
Versuche nicht, deine Atmung zu bewerten. Du musst auch nicht sofort tief oder besonders ruhig atmen. Bereits die bewusste Wahrnehmung kann dir helfen, früher zu bemerken, wie es dir gerade geht.
Wenn sich eine langsame und angenehmere Atmung für dich stimmig anfühlt, kannst du die Ausatmung vorsichtig etwas länger werden lassen. Beende die Übung jederzeit, wenn sie sich unangenehm anfühlt.
Kurze Atemübungen können für manche Menschen eine hilfreiche Unterstützung bei akutem Stress sein. Sie ersetzen jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Begleitung, wenn Erschöpfung, depressive Stimmung oder starke Überforderung länger anhalten.
Sicher in mir: Mehr Ruhe für dich und deinen Hund
Genau solche alltagstauglichen Coaching-Impulse bekommst du in meinem Onlinecoaching Sicher in mir.
Dabei geht es nicht darum, noch mehr leisten oder eine weitere lange Liste von Aufgaben abarbeiten zu müssen. Es geht darum, deinen Körper wieder wahrzunehmen, deine persönlichen Grenzen zu erkennen und herauszufinden, was dir und deinem Hund im Alltag wirklich guttut.
Die Übungen lassen sich in kleine Momente integrieren: vor dem Spaziergang, während einer kurzen Pause oder in einer Situation, in der du bemerkst, dass dein inneres Glas bereits voll ist.
- Du darfst lernen, deinen Hund liebevoll zu begleiten, ohne dich selbst dabei zu übergehen.
- Du darfst deinen eigenen Bedürfnissen Raum geben, ohne deinen Hund zu vernachlässigen.
- Und du darfst eine ruhige und präsente Bezugsperson sein, ohne jederzeit vollkommen entspannt, geduldig und souverän sein zu müssen.
Wenn du dich in diesen Worten wiedererkannt hast und einfache Wege kennenlernen möchtest, die nicht zu einem weiteren Punkt auf deiner To-do-Liste werden, lade ich dich ein, wieder Kontakt zu deinem Körper aufzunehmen.
Frage dich nicht nur, was dein Hund gerade braucht.
Frage dich auch: Was brauche ich, damit dieser Tag für mich ein wenig leichter wird?
Alle Informationen zu meinem Onlinecoaching Sicher in mir findest du hier.
Liebe Grüße
Deine Monique
