Grelle Lichter, lange Gänge, vollgestellte Gänge, in denen Aufsteller im Weg stehen: Ein Baumarkt ist eigentlich genau das, was hochsensible Menschen oft meiden, denn die Reize sind ziemlich überfordernd. Und doch lieben es Ted und ich mittlerweile, in den Baumarkt zu gehen. Denn er ist für uns zu einem wunderbaren Ort geworden, an dem wir viel über unsere Hochsensibilität gelernt haben – zum Beispiel, wie wir Reizen kontrolliert begegnen können und was ich tun kann, um der Reizüberflutung im Alltag gelassen zu begegnen.
Ein paar wertvolle Tipps dazu möchte ich dir heute mit auf den Weg geben.
Hochsensibel im Hundealltag: Stille zuerst eure Grundbedürfnisse
Es klingt so banal und ist doch so wichtig: Du solltest deine Grundbedürfnisse stillen. Essen, Trinken und Schlafen haben einen riesigen Einfluss auf dein Nervensystem. Vielleicht kennst du es von dir selbst: Wenn du hungrig bist, musst du sofort etwas essen, um nicht „grantig“ zu werden. Wenn du den ganzen Tag zu wenig trinkst, ist die logische Konsequenz, dass du dich irgendwann nicht mehr konzentrieren kannst.
Genauso geht es übrigens auch deinem Hund: Ein Hund, dessen Grundbedürfnisse nicht gestillt sind, kann sich schlecht konzentrieren und neigt genau wie du dazu, schneller aus der Haut zu fahren.
Checke außerdem ganz bewusst ein, ob du heute überhaupt die Kapazitäten hast, Orte mit vielen Reizen aufzusuchen. Egal ob Stadtbummel oder Baumarkt-Besuch: Ich prüfe für mich und Ted jeden Tag aufs Neue, was heute machbar ist. Komme ich nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause und möchte mich eigentlich nur noch hinlegen, dann würde ein Besuch an einem reizintensiven Ort mein Nervensystem nur noch weiter triggern. In solchen Momenten gönnen wir uns lieber einen ruhigen Tag und verschieben den Ausflug.
Reizüberflutung beim Hund vermeiden: So findet ihr euren sicheren Hafen
Wenn du als hochsensibler Mensch an einen Ort mit vielen Reizen kommst, beobachte die Situation gern erst einmal aus der Distanz, d. h. beobachte mit deinem Hund die Menschen aus sicherer Distanz vom Parkplatz aus. Du kannst dir einen Überblick verschaffen, wie viel heute los ist und welchen Weg du im Baumarkt einschlägst. Denn wie im Straßenverkehr gilt auch im Baumarkt: es gibt unterschiedlich stark frequentierte Wege. Volle Wege meidest du am besten, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist und merkst, dass du heute weniger Kapazität für viele Menschen hast. Wenn du einige Male im Baumarkt warst, dann kennst du die Wege und kannst tagaktuell entscheiden, wo du lang gehst.
Nervensystem beruhigen nach Reizen: Entspannung auf dem Gassigang
Reduziere das Tempo eures Spaziergangs, wenn du merkst, dass dir die Reize gerade zu viel werden. Mache bewusste Pausen auf einer Bank oder bleibe einfach mal stehen. Nimm einige tiefe Atemzüge – das aktiviert den Parasympathikus, deinen Entspannungsnerv.
Tipp: Mehr Atemübungen für den Gassigang findest du übrigens in meinem Workbook 14 Tage achtsam mit Hund.
Fazit: Wie Hochsensibilität mit Hund zur Stärke wird
Hochsensibilität ist kein Makel, sondern ein wunderbares Persönlichkeitsmerkmal, das du mit etwa 15 bis 20 % aller Menschen teilst. Ich hoffe, dass dich das schon ein wenig beruhigt: Du bist nicht allein.
Gerade wenn du im Alltag dazu neigst, einfach nur "gut zu funktionieren", darfst du lernen: Hochsensible Menschen brauchen nicht noch mehr Trubel und Druck, sondern bewusste, kleine Pausen, um die Reize verarbeiten zu können. Du darfst dir erlauben, diese Pausen einzufordern.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir genau das noch schwerfällt, dann steckt dein Nervensystem vielleicht noch zu oft im Überlebensmodus fest. Das Gute ist: Wir können dein Nervensystem mit einfachen Übungen und Tools aus diesem ständigen Alarmzustand herausholen. In meinem Sicher in mir-Coaching begleite ich dich zurück in deinen Körper, damit du deine Bedürfnisse wieder spüren kannst und deine Hochsensibilität endlich zu deiner Superpower wird.
Liebe Grüße
Deine Monique
