Kennst du Menschen, die oft „Ich habe keine Zeit!“ sagen? Ich kenne viele Menschen, die sagen, dass sie keine Zeit (für sich) haben. Das sind oft Personen, die nicht mal auf dem Gassigang abschalten können. Sie haben das Handy immer griffbereit, tippen noch schnell eine Nachricht, denken nochmal an das Gespräch mit der Kollegin oder dem Chef und schwups ist der Gassigang vorbei. So ganz bei sich und ihrem Hund waren sie nie und genau das macht dann oft auch noch ein schlechtes Gewissen. 

Falls du dich gerade wiedererkannt hast, dann ist dieser Blogbeitrag genau das Richtige für dich.

Warum dein Hund auf dem Gassigang unruhig ist

Vielleicht fragst du dich manchmal:      

  • Warum bellt mein Hund ständig andere Hunde an?
  •  Warum ist er draußen so aufgeregt?
  • Warum kann er nicht einfach ruhig laufen?  


Die ehrliche Antwort lautet: Dein Hund spiegelt ganz oft deinen inneren Zustand.  Du bist gedanklich abwesend und dein Hund hat keinen sicheren Hafen, an dem er sich orientieren kann, also übernimmt er die Führung: 

  • Schutzverhalten: Er beschützt dich vor anderen Hunden und bellt. So hält er andere Menschen und Hunde von euch fern. Denn du brauchst gerade keine anderen Menschen und Hunde.
  • Innere Unruhe: Er ist aufgeregt, weil du innerlich genauso aufgewühlt bist und zieht dich von links nach rechts. Genauso planlos wie es in deinem Kopf und Körper gerade aussieht, verläuft euer Spaziergang.

Das Problem daran ist, dass viele Menschen nicht bemerken, dass sich ihr Stress auf ihren Hund auswirkt und ihren Hund aussschimpfen, wenn er bellt. Dabei tut er nur das, was du aussendest: Er hält andere Hunde und Menschen auf Abstand, weil du nicht präsent bist. Dein Körper sendet kontinuierlich Alarmsignale, die dein Hund liest. Er checkt also permanent die Umgebung ab, um euch zu beschützen -  eine Aufgabe, die er nicht haben sollte, denn wenn wir ehrlich sind, soll dein Hund doch eigentlich seinen Gassigang genießen, oder? Und eigentlich hast auch du dir deinen Hund geholt, um tolle Spaziergänge mit ihm zu haben, oder?

Was gestresste Hund-Mensch-Teams wirklich brauchen

Gestresste Hunde-Mensch-Teams brauchen in erster Linie einen Blick auf ihre Bedürfnisse.

Ted und ich mögen z. B. keine frontalen und zu nahen Hundebegegnungen. Das habe ich erst festgestellt, als ich nicht mehr der Illusion hinterher gejagt bin, dass jedes Hund-Mensch-Team an jedem anderen Hund-Mensch-Team zu jeder Zeit nah vorbei laufen können muss.

Prüfe doch mal selbst bei dir und deinem Hund: Mit welchem Abstand zu anderen Hunden fühlt ihr euch beide wirklich wohl? 1 Meter, 5 Meter oder 10 Meter? Und ist dieser Abstand immer gleich oder variiert er z. B. wenn du einen stressigen Tag hattest und keine Lust auf Hundetraining. Quälst du dich dann trotzdem nah am anderen Hund vorbei oder gehst du mit klarer Entscheidung einen Bogen und dem anderen Hund-Mensch-Team aus dem Weg?


Warum deine Tagesform entscheidend ist

Ich entscheide mittlerweile klar danach, wie es mit am Tag geht: Habe ich die Kapazität, mit meinem Hund nah an einem anderen Hund vorbei zu gehen, ein Stadttraining zu absolvieren oder ein Spiel mit ihm zu spielen? Bin ich wirklich ganz da und präsent für meinen Hund? Denn nur dann kann Training wirklich funktionieren. 

Dazu ein kleiner Exkurs zum Thema Nervensystem: "Das Nervensystem umfasst alle Nervenzellen des mesnchlichen Körpers. Mit ihm kommuniziert er mit der Umwelt und steuert gleichzeitig vielfältige Mechanismen im Inneren. Das Nervensystem nimmt Sinnesreize auf, verarbeitet sie und löst Reaktionen wie Muskelbewegungen oder Schmerzempfinden aus.1

Das Nervensystem kannst du dir wie ein Glas Wasser vorstellen: Bei jedem Menschen und jedem Hund ist dieses Glas bereits seit der Geburt unterschiedlich hoch gefüllt. Im Alltag kommen dann weitere Wassertropfen dazu, die dein Glas und das deines Hundes füllen.


Warum Hundetraining nicht jeden Tag gleich funktioniert

Wenn du an einem Tag sehr gestresst bist, ist dein Glas schon fast voll. Dann gehst du Gassi und triffst auf den Nachbarshund, den ihr gar nicht leiden könnt. Und schupps ist das Glas zum Überlaufen gebracht: Du denkst dir „Den habe ich gerade noch gebraucht!“ und dein Hund rastet aus und trägt das nach Außen, was du dir denkst: „Bloß weg mit dem!“  

Wenn du hingegen innerlich ruhig bist und einen entspannten Tag hattest, dann meistert ihr drei Hundebegegnungen super und erst beim vierten Hund ist dein Glas voll und du hast keine Lust mehr auf andere Hunde.

Um dein Glas besser im Blick zu behalten, habe ich in meinem Workbook ein tägliches Stimmungsbarometer integriert, das dir hilft, deinen Stress bewusst wahrzunehmen. In meinem Workbook findest du außerdem achtsame Impulse für entspannte Spaziergänge. 

Dein Nervensystem und das deines Hundes beeinflussen sich gegenseitig

Weil sich die Nervensysteme von Hund und Mensch ständig gegenseitig abchecken, bringt dich dein Hund nach einem stressigen Tag auch so gut zur Ruhe, wenn er auf dir liegt und schläft. Andersherum bringen wir Menschen aber auch oft das Nervensystem unseres Hundes aus dem Gleichgewicht, weil wir unseren Stress auf ihn übertragen. 


Mehr innere Ruhe für dich und deinen Hund

Wenn du lernen möchtest,

  • dein Nervensystem besser zu regulieren
  • entspannter Gassi zu gehen
  • und deinem Hund mehr Sicherheit zu geben, weil du präsent da bist,

lade ich dich herzlich zu meinem Workshop Achtsamkeit mit Hund ein. Dort erhältst du einen ersten Einblick in das Nervensystem und die Co-Regulation zwischen dir und deinem Hund. Außerdem üben wir einfache und kleine Atemübungen, die dir helfen, nach stressigen Tagen oder Hundebegegnungen zur Ruhe zu kommen.

Für eine intensive Betreuung und nachhaltige Veränderung deines (Hunde-) Alltags empfehle ich dir mein Onlinecoaching Sicher in mir . Ich freue mich, dich und deinen Hund auf dem Weg zu mehr inneren Ruhe und einem besseren Blick auf eure Bedürfnisse zu begleiten.

Liebe Grüße

Deine Monique

1https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-das-nervensystem.html

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