Letztens sprach ich mit einer Kundin, die unsicher war, ob sie überhaupt mit ihrem Hund an einer meiner Auszeiten teilnehmen könne. Ihre Sorge war groß: Ihr Hund bellte häufig, kam in fremden Umgebungen nur schwer zur Ruhe und fand neue Situationen schnell aufregend. Sie hatte Angst, dass er die anderen Teilnehmerinnen stören und die gemeinsame Auszeit für alle schwieriger machen könnte.


Kennst du diese Gedanken:

  • Was, wenn mein Hund bellt?
  • Was denken die anderen dann über mich?
  • Ich bin verantwortlich, wenn sich die anderen nicht entspannen können.
  • Alle anderen Hunde sind ruhig, nur meiner fällt aus der Reihe.

Doch was war in dieser Situation tatsächlich das größte Hindernis? Nicht ihr Hund, sondern es waren die hohen Erwartungen, die sie an ihn und damit auch an sich selbst stellte.


Wenn der Hund spiegelt, was wir insgeheim fühlen

Viele feinfühlige Hundehalterinnen kennen diesen Druck. Sie möchten ihrem Hund gerecht werden, Rücksicht auf andere nehmen und möglichst verhindern, dass jemand durch ihren Hund gestört wird. Dabei entsteht schnell das Gefühl, der Hund müsse sich in jeder Situation „richtig“ verhalten. Er soll ruhig bleiben, freundlich sein, sich problemlos anpassen und möglichst nicht auffallen.

Wenn das nicht gelingt, fühlt es sich nicht nur wie eine schwierige Situation an. Es kann sich anfühlen wie ein persönliches Versagen.

Vielleicht fragst du dich dann:

  • Was denken die anderen über mich?
  • Habe ich meinen Hund nicht gut genug vorbereitet?
  • Bin ich schuld, wenn die Stimmung kippt?
  • Warum schaffen es alle anderen, nur wir nicht?

Doch dein Hund ist kein Beweis dafür, ob du eine gute Hundehalterin bist. Sein Verhalten erzählt nicht die ganze Geschichte über dich. Und ein Hund, der bellt, unruhig ist oder in einer fremden Umgebung Abstand braucht, ist nicht automatisch ein „schwieriger“ oder „schlechter“ Hund.

Vom Perfektionsdruck zur inneren Gelassenheit

Ich kenne diese blockierenden Gedanken aus meiner eigenen Vergangenheit nur zu gut. Genau sie waren damals der Grund, warum ich Ted´s Pfotenpfade ins Leben gerufen habe. Mein Ziel ist es, vor allem Frauen dabei zu unterstützen, diesen lähmenden Perfektionsdruck und die fremden Erwartungen endlich loszulassen. Solche Versagensängste schränken dich nämlich nicht nur in der Beziehung zu deinem Hund ein, sondern belasten auch den Umgang mit deinen Mitmenschen.

Früher bekam ich unzählige „gute Ratschläge“ von verschiedenen Hundetrainern. Aber erst, als ich anfing, gezielt an meiner eigenen inneren Ruhe und Sicherheit zu arbeiten, konnte sich auch Ted endlich entspannen. Mittlerweile fungiert Ted wie ein präziser Seismograph für mein eigenes Nervensystem.

Wenn wir beispielsweise gemütlich an einem See sitzen, die Stille genießen und ich von Weitem schreiende Kinder höre, schaltet mein Kopf sofort um. Ich denke genervt: „Jetzt ist es vorbei mit der Ruhe!“ Und prompt springt Ted auf, blickt sich aufgeregt um und ist sofort bereit zu bellen.

Was sich im ersten Moment wie Magie anhört, ist in der Biologie als Co-Regulation bekannt. Die Nervensysteme von Mensch und Hund kommunizieren permanent miteinander. Sobald du innerlich in Alarmbereitschaft versetzt wirst, spürt das dein Hund sofort. Er ist dadurch ebenfalls bereit für den „Kampf“ – selbst wenn es sich in Wahrheit nicht um ein gefährliches Mammut handelt, sondern nur um spielende Kinder.

Dein Hund muss nicht überall funktionieren

Du möchtest mit deinem Hund an einer Auszeit teilnehmen, in ein Restaurant gehen oder neue Orte kennenlernen. Dann darfst du dich fragen:

  • Welche Situationen sind für meinen Hund gerade realistisch?
  • Welche Unterstützung braucht er, um sich sicherer zu fühlen?
  • Welche Rückzugsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie viel Nähe zu anderen Menschen und Hunden ist für ihn passend?
  • Was hilft mir, wenn er bellt oder nicht zur Ruhe kommt?

Erwartungen loszulassen bedeutet nicht, deinen Hund sich selbst zu überlassen. Es bedeutet, die Situation ehrlich einzuschätzen und einen Rahmen zu schaffen, in dem ihr beide möglichst gut zurechtkommt.

  • Vielleicht braucht dein Hund zunächst einen ruhigen Platz, mehr Abstand oder eine langsamere Annäherung.
  • Vielleicht ist es sinnvoll, eine Veranstaltung früher zu verlassen.
  • Vielleicht ist auch eine Teilnahme ohne Hund für diesen Moment die passendere Entscheidung.

Keine dieser Entscheidungen sagt etwas gegen eure Beziehung aus. Sie zeigt, dass du Verantwortung übernimmst und die Bedürfnisse deines Hundes ernst nimmst.


Dein Hund muss nicht überall funktionieren

Aus diesem Grund habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, feinfühlige Frauen und ihre Hunde dabei zu begleiten, den Druck aus ihrem Alltag zu nehmen. Eine wunderbare Möglichkeit dafür bietet unser gemeinsames Retreat mit Sina von WildesWunderweib.

Dieses Wochenende soll ein Ort sein, an dem du nicht beweisen musst, dass dein Hund überall funktioniert. Du musst dich nicht für jedes Bellen rechtfertigen und nicht so tun, als wäre alles entspannt, wenn es sich für dich gerade nicht so anfühlt.

Ihr dürft ankommen, beobachten und herausfinden, was euch guttut.

Natürlich bedeutet ein geschützter Rahmen nicht, dass jede Situation für jeden Hund automatisch passend ist. Wir schauen deshalb gemeinsam darauf, welche Bedürfnisse und Grenzen dein Hund hat und wie ihr die gemeinsame Zeit so gestalten könnt, dass Sicherheit und Rückzug möglich bleiben.

Nicht perfekt und nicht angepasst an die Erwartungen anderer, sondern als Mensch-Hund-Team mit eurer eigenen Geschichte.

Wenn sich das nach der Erholung anhört, die du und dein Hund gerade brauchen, findest du alle Informationen zu unserem Retreat hier.

Liebe Grüße

Deine Monique

War dieser Beitrag hilfreich für dich? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst.