Kennst du Menschen, die oft „Ich habe keine Zeit!“ sagen? Hand aufs Herz: Bist du vielleicht genau diese Person? Falls ja, dann ist dieser Blogbeitrag für dich.

Ich kenne viele Menschen, die sagen, dass sie keine Zeit (für sich) haben. Das sind oft Personen, die nicht mal auf dem Gassigang abschalten können. Sie haben das Handy immer griffbereit, tippen noch schnell eine Nachricht, denken nochmal an das Gespräch mit der Kollegin oder dem Chef und schwups ist der Gassigang vorbei.


Warum dein Hund auf dem Gassigang unruhig ist

Vielleicht fragst du dich:

  • Warum bellt mein Hund ständig andere Hunde an?
  • Warum ist er draußen so aufgeregt?
  • Warum kann er nicht einfach ruhig laufen?

Die ehrliche Antwort lautet: Dein Hund spiegelt deinen inneren Zustand.

Du bist gedanklich abwesend und dein Hund hat keinen sicheren Hafen, an dem er sich orientieren kann, also übernimmt er:

  • Schutzverhalten: Er beschützt dich vor anderen Hunden und bellt. So hält er andere Menschen und Hunde von euch fern. Denn du brauchst gerade keine anderen Menschen und Hunde.
  • Innere Unruhe: Er ist aufgeregt, weil du innerlich genauso aufgewühlt bist und zieht dich von links nach rechts. Genauso planlos wie es in deinem Kopf und Körper gerade aussieht, verläuft euer Spaziergang.

Warum Entspannung beim Menschen beginnt

Weil ich diese unruhige Person war, die 1000 Dinge gleichzeitig im Kopf hatte. Und ich war die Person, die aus Liebe zu ihrem Hund dachte, dass sie ihm alles erlauben müsste, damit er sie liebt. Ich habe unzählige Bücher gelesen, um den Stress meines Hundes zu reduzieren – und lange nicht verstanden, dass echte Entspannung immer bei mir beginnt.


Was gestresste Hund-Mensch-Teams wirklich brauchen

Nicht noch mehr Training, sondern:

  • Ruhe
  • Klarheit
  • Struktur

Als ich das erkannte, änderte sich unser Leben Schritt für Schritt. Nicht von Heute auf Morgen. Es hat Monate gebraucht, aber jeder Tag, an dem wir an unserer inneren Ruhe und Struktur gearbeitet haben, hat sich ausgezahlt.


Struktur vor dem Gassigang = Ruhe während des Gassis

Am Anfang war es schwer: Es begann damit, dass Ted geduldig auf seiner Decke warten musste, bis der Spaziergang los ging. Eine echte Geduldsprobe für ihn. Aber auch für mich, denn Ted fiel das extrem schwer und anfangs musste ich ihn 5-10 mal vor jedem (!) Spaziergang daran erinnern.

Das ruhige Anziehen und Teds geduldiges Warten spielte sich immer mehr ein und sorgte bei mir für eine innere Gelassenheit, bevor wir aus dem Haus gingen. Und so wurde daraus auchimmer mehr Ruhe auf dem Spaziergang. Ich verstand: Klarheit vor dem Spaziergang führte zu Klarheit auf dem Spaziergang.


Wie Struktur eure Spaziergänge verändert

Ted und ich mögen keine frontalen und zu nahen Hundebegegnungen. Das habe ich erst festgestellt, als ich mit der Zeit klarer im Kopf wurde. In seltenen Fällen können wir anderen Hund-Mensch-Teams nicht ausweichen, aber wenn es möglich ist, dann nehmen wir uns unseren persönlichen Wohlfühlabstand.

Dieser ist tagesformabhängig und darf sich verändern. Allein dieses Wissen reduziert enormen Stress.


Warum deine Tagesform entscheidend ist

Mit Klarheit und Struktur konnten wir nun das dritte Thema angehen: Nervensystemregulation bei mir und Ted.

Was ist das Nervensystem:

Das Nervensystem umfasst alle Nervenzellen des menschlichen Körpers. Mit ihm kommuniziert er mit der Umwelt und steuert gleichzeitig vielfältige Mechanismen im Inneren. Das Nervensystem nimmt Sinnesreize auf, verarbeitet sie und löst Reaktionen wie Muskelbewegungen oder Schmerzempfindungen aus.“1

Das Nervensystem kannst du dir wie ein Glas Wasser vorstellen: Bei jedem Menschen und jedem Hund ist dieses Glas bereits seit der Geburt unterschiedlich hoch gefüllt. Im Alltag kommen dann weitere Wassertropfen dazu, die dein Glas und das deines Hundes füllen.


Warum Hundetraining nicht jeden Tag gleich funktioniert

Wenn du an einem Tag sehr gestresst bist, ist dein Glas schon fast voll. Dann gehst du Gassi und triffst auf den Nachbarshund, den ihr gar nicht leiden könnt. Und schupps ist das Glas zum Überlaufen gebracht: Du denkst dir „Den habe ich gerade noch gebraucht!“ und dein Hund rastet aus und trägt das nach Außen, was du dir denkst: „Bloß weg mit dem!“

Wenn du hingegen innerlich ruhig bist und einen entspannten Tag hattest, dann meistert ihr drei Hundebegegnungen super und erst beim vierten Hund ist dein Glas voll und du hast keine Lust mehr auf andere Hunde.

Ist dir das auch schon mal passiert? Du fragst dich, warum an einem Tag das Training und dieHundebegegnungen super klappen und am anderen nicht?Ein tägliches Stimmungsbarometer hilft dir, dein Nervensystem bewusst wahrzunehmen. In meinem Workbook 14 Tage achtsam mit Hund findest du dafür praktische Vorlagen und achtsame Impulse für entspannte Spaziergänge.

Dein Nervensystem und das deines Hundes beeinflussen sich gegenseitig

Deshalb bringt dich dein Hund nach einem stressigen Tag auch so gut zur Ruhe, wenn er auf dir liegt und schläft. Andersherum bringen wir Menschen aber auch oft das Nervensystem unseres Hundes aus dem Gleichgewicht, weil wir unseren Stress auf ihn übertragen.

Ich wähle meine Gassistrecken mittlerweile danach aus, wie es mir geht: Habe ich einen schlechten Tag und keine Lust auf Hundebegegnungen, dann gehe ich in den Wald, wo ich keinem begegne. Das setzt voraus, dass ich mich täglich genau beobachte und das funktioniert sehr gut, indem ich mein Nervensystem immer wieder scanne.


Mehr innere Ruhe für dich und deinen Hund

Wenn du lernen möchtest,

  • dein Nervensystem besser zu regulieren
  • entspannter Gassi zu gehen
  • und deinem Hund mehr Sicherheit zu geben

lade ich dich herzlich zu meinem Workshop Achtsamkeit mit Hund ein. Dort lernst du praktische Übungen für euren Alltag. Der nächste Workshop findet am 22.11.26 in der Volkshochschule Pirna statt (Buchung über die VHS Website).

Oder begleite mich im Onlinecoaching Sicher in mir für nachhaltige innere Ruhe und entspannte Spaziergänge.

Ich freue mich, dich und deinen Hund auf diesem Weg zu begleiten.

Deine Monique

1https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-das-nervensystem.html

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