Wenn unklar ist, ob der eigene Hund den nächsten Tag überlebt, wird uns schlagartig bewusst, wie wertvoll Zeit eigentlich ist. In dieser Phase versucht man zwischen extremer Angst und Unsicherheit krampfhaft, zuversichtlich zu bleiben. Das ist verständlicherweise alles andere als einfach, wenn plötzlich medizinische Begriffe wie „Tumor“ und „Bluttransfusion“ im Raum stehen.
Zwischen dringenden Telefonaten mit Bekannten, deren Hunde zu potenziellen Spendern werden könnten, und Postings in Social-Media-Gruppen bleibt kaum Zeit für die eigene Traurigkeit. Das Weinen wird auf später verschoben. Man muss schlichtweg funktionieren, obwohl man innerlich eigentlich nur noch laut schreien möchte.
Warum wir Selbstfürsorge und Selbstliebe viel zu oft aufschieben
Das große Problem in unserem Alltag ist: Viel zu viele Menschen verschieben ihre Sorgen, Ängste und Probleme auf morgen. Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag, um bessere Laune zu haben, den ungeliebten Job zu wechseln oder endlich mehr für sich selbst zu tun. Doch am Ende passiert meistens nichts. Jahrelang verändert sich überhaupt nichts – bis es irgendwann zum totalen Zusammenbruch kommt.
In meine Praxis kommen immer wieder Frauen, die sowohl beruflich als auch privat völlig erschöpft sind. Es sind Frauen, denen im Alltag kaum jemand zuhört, die aber gleichzeitig für alle anderen da sind. Niemand kümmert sich um sie. Nicht einmal sie selbst tun es!
Einige von ihnen springen permanent zwischen Haushalt, Kindern und Beruf hin und her, während sich die Partner im Hintergrund selbst verwirklichen. Andere finden keinen Partner mehr, weil sie den Glauben an sich selbst komplett verloren haben. Sie zweifeln daran, dass sie schön, liebenswert und wertvoll sind. Sie haben tief verinnerlicht, dass sie nur dann etwas wert sind, wenn sie Leistung bringen oder einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen. Viele zweifeln an sich selbst, obwohl sie tiefgründige Gedanken haben und theoretisch genau wissen, was jetzt zu tun wäre: Selbstliebe und Selbstfürsorge.
Was bedeutet Selbstliebe im Alltag genau?
Selbstliebe bedeutet, sich selbst mit Mitgefühl und tiefem Verständnis zu behandeln. Es heißt, die eigenen Bedürfnisse endlich ernst zu nehmen und sich selbst die gleiche Freundlichkeit entgegenzubringen, die man auch anderen schenkt. Zudem umfasst echte Selbstliebe das Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen sowie die Fähigkeit, sich selbst Fehler zu vergeben und sich vollkommen zu akzeptieren.
Was bedeutet eigentlich Selbstfürsorge?
Selbstfürsorge bezieht sich auf bewusste Handlungen und Praktiken, die dein körperliches, emotionales und psychisches Wohlbefinden aktiv fördern. Dazu gehören im Alltag ganz klassische Aktivitäten:
- Eine gesunde und nährende Ernährung.
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft.
- Ausreichend erholsamer Schlaf.
- Gezielte Entspannungstechniken.
- Das konsequente Setzen von gesunden Grenzen im Alltag.
Diese Selbstfürsorge ist essenziell, um chronischen Stress abzubauen, die eigene Resilienz zu stärken und ein ausgewogenes Leben zu führen.
Klingen diese beiden Definitionen nicht genau nach dem, was sich eigentlich jeder Mensch für sein Leben wünscht? Wenn wir beides aktiv umsetzen, führt das zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Allerdings bedarf es einer steten Übung, damit Selbstliebe und Selbstfürsorge im stressigen Alltag nicht direkt wieder in Vergessenheit geraten.
Achtsamkeit mit Hund: Dein Vierbeiner als bester Coach
Das Beste an dieser Herausforderung ist: Du kannst deinen Hund wunderbar als persönlichen Achtsamkeitstrainer nutzen. Unsere Tiere zeigen uns auf einzigartige Weise, wie leicht und unkompliziert gelebte Achtsamkeit sein kann.
Seit mein Hund Ted wieder aus der Tierklinik zurück ist, haben sich bei uns zum Beispiel drei Dinge grundlegend verändert:
- Wir genießen jeden Spaziergang: Es ist völlig egal, wie weit oder kurz die Runde ist. Jeden Tag wirkt Ted ein bisschen energiegeladener, sodass wir unsere gemeinsamen Wege langsam wieder verlängern können.
- Liebevoller Start in den Tag: Wir kuscheln jeden Morgen noch fünf Minuten gemütlich im Bett. Alle Beteiligten genießen diese Nähe sehr. Der Tag startet dadurch viel entspannter, wenn man sich direkt nach dem Aufwachen zeigt, dass man sich liebt. Das gilt übrigens für Hunde und Menschen gleichermaßen!
- Fokus auf die schönen Momente: Wir machen mittlerweile jeden Tag ein Foto von Ted. Natürlich haben wir schon unzählige Bilder auf dem Handy. Jetzt fotografieren wir ihn jedoch ganz bewusst in typischen, süßen Alltagssituationen: Wie er auf seinem Kuscheltier einschläft, mit schiefer Lippe in die Kamera guckt oder entspannt auf dem Rücken liegt. Von unseren Hunden kann man schließlich nie genug Fotos haben!
Mehr Achtsamkeit im Alltag mit Hund finden
Möchtest du die heilsame Welt der Achtsamkeit gemeinsam mit deinem Vierbeiner kennenlernen? Dann probiere mein Workbook 14 Tage achtsam mit Hund aus. Es enthält 14 einfache Ideen für entspanntere Spaziergänge und deutlich weniger Selbstzweifel im Hundealltag.
Falls du Lust hast, dich in einem geschützten Rahmen mit anderen Hundemenschen auszutauschen, ist mein Workshop „Achtsamkeit mit Hund“ genau das Richtige für dich. Hier erhältst du wertvolle, praktische Tipps für euren Alltag. Du erfährst unter anderem, wie du Achtsamkeit durch gezielte Atemübungen oder Meditationen – mit und ohne Hund – ganz einfach umsetzen kannst. In einer kleinen Gruppe machen diese Selbstliebeübungen außerdem viel mehr Spaß.
Der nächste Workshop findet übrigens am 22.11.2026 in der Volkshochschule Pirna statt. Die Buchung erfolgt über die Website der VHS.
Liebe Grüße,
Deine Monique
